Archive for October, 2006

Jesus in Japan

Wednesday, October 25th, 2006

Kaum zu glauben, aber wahr: Jesus’ Grab befindet sich in Japan! Bild Wer bislang geglaubt hat, Jesus sei am Kreuz gestorben, der wird in Herai, einem Dorf in der Naehe Towadas in Aomori-ken, eines Besseren belehrt. Der Inschrift der Tafel zufolge, die sich neben Jesus’ Grab befindet, ist naemlich Jesus’ juengerer Bruder Isukiri quasi in letzter Minute fuer Jesus am Kreuz eingesprungen. Jesus hat daraufhin viele Jahre in Japan gelebt und ist im hohen Alter von 106 Jahren in Herai gestorben. Tafel

Laut oben genannter Tafel hat Jesus dies hoechstpersoenlich schriftlich festgehalten; irgendetwas muss uns doch da entgangen sein. Da werden ploetzlich ganz grundsaetzliche Fragen aufgeworfen: Muss jetzt das katholische Glaubensbekenntnis umgeschrieben werden? Muesste das Musical “Jesus Christ Superstar” nicht in “Isukiri Superstar” umbenannt werden? Ist das Turiner Grabtuch eine Faelschung? Oder hat etwa jemand versucht, die Bibel mit Hilfe des babelfishs ins Japanische zu uebertragen?

Was Japanische Schueler interessiert

Monday, October 23rd, 2006

Waehrend der ersten Schulbesuche und nachdem Eric und ich uns und unsere Laender kurz vorgestellt haben, hatten die Schueler jeweils die Gelegenheit, uns zu allen moeglichen Themen Fragen zu stellen. Hier die TOP 5 der am haeufigsten gestellten Fragen:
1. Was ist Dein Lieblingsessen?

2. Wie alt bist Du?

3. Wie gross bist Du?

4. Was hat Dich am meisten verwundert, als Du nach Japan gekommen bist?

5. Welche Blutgruppe hast Du?

Auf gerne gefragt wird:
Wie schwer bist Du? Seid Ihr (Eric und ich) ein Paar? Hast Du einen Freund/eine Freundin? Hast Du schon hougen (den lokalen Dialekt) gelernt? Letztere Frage ist in etwa so beliebt wie die Frage danach, ob man gerne Nattou esse. Schmunzeln muss ich auch heute noch, wenn ich daran denke, dass ein Schueler gerne wissen wollte, welches eingelegte Gemuese (Tsukemono) ich am liebsten moege. Japaner lieben Tsukemono, sie werden zu beinahe jedem Gericht gereicht. Besonders beliebt ist Umeboshi, eine sauer eingelegte Pflaume, aber auch salzig eingelegte Salatgurke wird gerne gegessen.
Es hat auch richtig schoene Frage gegeben, z. B., ob denn alle Kanadier aussehen wie Japaner (Eric ist “CBC”, Chinese Born Canadian und wird oft fuer einen Japaner gehalten), und wie sich die Menschen, die aus den unterschiedlichsten Laendern nach Kanada immigrieren, ueberhaupt verstaendigen koennen. Meine Antwort auf die Frage, welche Sorten Reis in Deutschland angebaut werden, naemlich gar keine, loeste mitunter unglaeubige Ausrufe der Verwunderung aus.

Englisch-Lehrplan

Friday, October 20th, 2006

Mein Kollege aus Kanada, der nach Japan gekommen ist, um an Grund-, und Mittelschulen Englisch zu unterrichten, erhaelt haeufig einige Tage vor den jeweiligen Schulbesuchen Faxe mit Anweisungen bezueglich des Lehrinhalts. Die Faxe sind manchmal nur auf Japanisch verfasst, manchmal zweisprachig (Japanisch und Englisch) und manchmal nur auf Englisch. Letzteres ist in den meisten Faellen gaenzlich unverstaendlich. Hier ein Beispiel fuer einen Lehrplan:

* Introduce steadily only in English if entering a classroom and finishing a greeting. (Das geht ja noch)

* We entrust the contents to talk about in continue even if it doesn’t understand children. (Wer versteht hier wen nicht?)

* It asks whether or not there were understood contents to the children. (Man beachte die Verwendung des Personalpronomens “it”)

* Tell to the children by Japanese if it is possible to have translated.

* Please demonstrate the correct pronounciation of these words.

* It pronounces while showing a card. (Da ist es wieder…)

* “What food do you like the best?” “I like [...] the best.” It practices.

* It practices until the children learn.

* If accustomed, it makes practice with the person of the near seat.

Jetzt wird es spannend: Am Ende des Unterrichts wird oft eine Art Vokabel-Bingo gespielt. Die Anweisungen dazu lauten wie folgt:

* It does a bingo game.

* The children ask “What food do you like best?” in ALT. (Assistant language teacher)

* ALT answers from the inside of the practiced word. (Wie ist er denn da hineingekommen?)

Jetzt mein Lieblingssatz:

* It ends if all the members become a bingo. (Wenn ich gross bin, moechte ich auch mal ein Bingo werden.)

Es ist verstaendlich, dass Eric die Japanischen Faxe vorzieht, weil dann entweder ich oder meine Kollegin ihm den Unterrichtsinhalt uebersetzen koennen, auch wenn Faxe wie das oben stehende natuerlich sehr viel interessanter sind. An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwaehnen, dass viele der Japanischen Englischlehrer der Grundschulen so gut wie kein Englisch koennen und sehr wahrscheinlich ein Uebersetzungsprogramm verwendet haben. Jeder sollte unbedingt zumindest einmal babelfish getestet haben: http://de.babelfish.yahoo.com/

Interessant wird es, wenn man einen Deutschen Satz eingibt, diesen in eine beliebige Sprache transferiert und dann wieder ins Deutsche zurueckuebersetzen laesst. Ich habe z. B. “Heute habe ich keine Lust zu arbeiten” eingegeben, diesen Satz in diverse Sprachen uebersetzen lassen und schliesslich den Deutschen (?) Satz: “Was Geschenk anbetrifft ich ist es nicht notwendig, in der Lage zuSEIN, craving zu verwenden” erhalten. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Go nuts!

Jan-Ken-Pon

Wednesday, October 4th, 2006

Wo wir schon beim Spielen sind: Die Japaner lieben Jan-Ken-Pon – die Japanische Version unseres Schnick-Schnack-Schnucks oder Stein-Schere-Papier-Knobelspiels. Streiten sich beispielshalber zwei Kinder in der Schule um einen besonders beliebten Sitzplatz, wird ganz einfach per Jan-Ken-Pon entschieden, wer diesen einnehmen darf. Bei einem unentschiedenen Ballspiel oder anderen unklaren Verhaeltnissen wird auch schon einmal ein Gruppen-Jan-Ken-Pon gestartet. Nicht nur Kinder faellen mit Hilfe dieses Spiels Entscheidungen: So habe ich auf einer Dienstfahrt mit einer Kollegin und unserer Chefin auf der Strasse Schnick-Schnack-Schnuck gespielt, weil wir uns nicht auf ein Lokal fuer unsere Mittagspause einigen konnten. Zu dumm, dass man Jan-Ken-Pon nicht wirklich ueben kann; ich moechte nicht unbedingt noch einmal Rinderknie mit fast noch rohem Ei essen.