Es hat begonnen…
Bevor ich im August nach Aomori-ken gezogen bin, habe ich schon viel über die harten Winter in der Region gehört. Und bereits im August haben meine Kollegen und Vorgesetzten mich vor Autofahrten im Schnee gewarnt.
Einige Dinge habe ich heute morgen, nachdem es die ganze Nacht über geschneit hat, gelernt: Kerosinofen an, Zimmer warm — Kerosinofen aus, Zimmer kalt. An eine geheizte Wohnung kann ich schon nicht einmal mehr denken, das ist ein schier unmögliches Unterfangen. Wer auftauen will, muss sich von Dezember bis schätzungsweise April auf ein Zimmer beschränken. Und sich mit jeder Menge warmer Anziehsachen für Daheim ausstatten. Heute habe ich mir ein paar rongu naga bûtsu, sprich Gummistiefel, zugelegt. Was ich bisher zugegebenermaßen lächerlich fand, ist hier ein echtes Muss. Wer keine Gummistiefel tragen will, hat eben nasse Füße, was ich am frühen Morgen nach rund 30 Minuten Schneeschaufeln auf dem und um das Auto herum am eigenen Leib bzw. an den Füßen erfahren durfte. Ab morgen erscheine ich also im Kostüm und mit roten Gummistiefeln im Büro — soll mir Recht sein, den Style habe ich mir von den Einheimischen abgeguckt. Weitere Novitäten erwarten mich ab morgen: Wasserrohre vollständig entleeren lernen (in einem Haus ohne jegliche Isolation frieren auch die Rohre IN der Wohnung ein, während man beispielsweise schläft oder ein paar Stunden im Büro verbringt) und einen Schneeschaufelplan mit den Nachbarn erarbeiten.
Auch das Wäschewaschen wird sich von nun an kreativer gestalten, wobei ich mit dem Gefriertrocknen von Bettwäsche und Handtüchern auf dem Balkon bereits gute Erfahrungen gemacht habe: 24 Stunden warten, Schnee abklopfen — Wäsche trocken. Wäscheständer, wie wir sie aus der Heimat kennen, gibt es in Japan nämlich nicht.
Morgen werde ich nach der Arbeit in das nächste Einkaufszentrum eilen und mich mit wärmenden Accessoires eindecken; ich liebäugele nun auch mit einer beheizbaren Klobrille…
January 10th, 2007 at 5:43 pm
Ach herjeh! Gibt es denn in Japan keine Baumärkte, wo man sich die Materialien für einen Kamin(-bau) besorgen kann? Und dann brauchst du nur noch einen tüchtigen Handwerker, der dir das zusammenzimmert. Zur Not kann man ja auch einen einfliegen lassen.