Abkürzungen
Neben dem Essen haben Japaner noch eine weitere Leidenschaft — eine linguistische. Für alle erdenklichen Begriffe gibt es kreative Abkürzungen, selbst dann, wenn das Wort ohnehin schon kurz ist. Die auch im Ausland wohl bekannteste Abkürzung ist die der Japanischen Staatlichen Universität Tokyo Daigaku, welche sich im Volksmund schlicht Todai nennt. Ebenso haben wir alle schon von den pokémon — pocket monstern — gehört. Wer sich zudem für Manga interessiert, ist mit dem Begriff kosupuré (sprich: kospree), also “costume play” vertraut: So wird das Verkleiden der Jugendlichen in Harajuku in Tokyo bezeichnet, die alle aussehen wie Beetlejuice persönlich. Der Personal Computer heißt in Japan pasocon, den Convenience Store, kombini, habe ich an anderer Stelle bereits erwähnt. Birkenstock-Latschen nennen sich ganz schlicht Birken, es weiß ja hier niemand, dass man keine Bäume an den Füßen tragen kann, die hierzulande beliebte Designmarke Louis Vuitton ist für Japaner unaussprechlich und wurde kurzerhand bitton getauft. Wenn von Brappi gesprochen wird, weiß jedes Kind, dass Brad Pitt gemeint ist, und auch snobo, Snowboard, fahren viele. Für “bei Mc Donald’s essen” hat sich ein an die Japanische Grammtik angepasster Begriff, ein Verb, eingebürgert, das makudoru lautet. Man stelle sich vor, man ginge in Deutschland dönern, wobei das Verb auch andere Assoziationen hervorruft, oder falaffeln. Diese Abkürzungen erscheinen mir alle sinnvoll und originell; mit der folgenden kann ich mich allerdings nicht so recht anfreunden: Die Jeans wird in Japan jinpan (sprich: dschinpan) genannt. Da hat sich doch die Anzahl der Silben gleich verdoppelt!